Prusa Research — Drucker-Steckbrief
Prusa CORE One+
Vollständig geschlossener CoreXY-Drucker mit aktiver Kammerheizung (bis 55 °C), Nextruder-Druckkopf und Input Shaper für höchste Druckqualität und -geschwindigkeit.
- Druckbett auf Rückstände prüfen
- Druckblech ggf. mit IPA reinigen
- Düse auf Verstopfung / Stringing prüfen
- Filament-Reste entfernen, Spule abdichten
- X/Y-Führungsschienen mit PTFE-Öl schmieren
- Riemenspannung X + Y prüfen
- Druckkopf-Lüfter auf Funktion testen
- Kammer-Innenseite auswischen
- Z-Spindel auf Staub/Ablagerung
- Z-Spindel mit Prusa-Schmiermittel fetten
- Linearlager (X/Y) neu schmieren
- Riemen auf Verschleiß/Risse inspizieren
- First-Layer-Kalibrierung wiederholen
- Düse ggf. tauschen (bei Abrasiv-Filamenten öfter)
- HEPA-Filter prüfen (wenn verbaut)
- Riemen ersetzen
- Druckblech ersetzen (beidseitig nutzen)
- Hotend-Isolierung erneuern
- Nextruder-Getriebe reinigen & fetten
- Firmware-Update prüfen und installieren
- Alle Schrauben auf Festsitz prüfen
- HEPA-Filter wechseln
Auto-Klappe öffnet automatisch. Hohe Lüfterdrehzahl wichtig. Kein Vorheizen der Kammer nötig.
Langsamer drucken als normales PLA. Weniger Lüfter = bessere Layerhaftung. Retraction erhöhen gegen Stringing.
Gehärtete Stahl-Düse zwingend. Mattere Oberfläche. Düse häufiger prüfen.
Gehärtete Düse empfohlen. Langsam drucken für metallischen Glanz. Nach dem Druck schleifen/polieren.
Min. 0,4 mm Düse (0,6 mm empfohlen). Verstopfungsgefahr bei hohen Temperaturen. Nie über 215 °C.
Zäher als Standard-PLA. Ähnliche Einstellungen. Lüfter leicht reduzieren für bessere Layerhaftung.
Matte Partikel können Düse leicht beanspruchen. Schöne Oberfläche ohne Nachbearbeitung.
Speziell für hohe Volumetric-Speeds. MVS auf 30–40 mm³/s. CHT-Düse vorteilhaft.
PCL: Sehr niedriger Schmelzpunkt, nicht für normale Hotends. Flex PLA: Direkt-Drive nötig, sehr langsam.
Trennmittel auf PEI (sehr starke Haftung!). Lüfter moderat. Vor Druck 4h/65 °C trocknen empfohlen.
Gehärtete Düse zwingend. Sehr steif. Trennmittel auf PEI. Feuchtigkeitsempfindlich.
Höhere Hitzebeständigkeit als PETG. Weniger Stringing. Gute Chemikalienbeständigkeit.
Ähnlich PETG, leicht steifer. Höhere Feuchtigkeitsempfindlichkeit. Gut trocknen.
Gehärtete Düse nötig. Ähnlich CF PETG.
Mit Isopropanol-Dampf glättbar. Trocken lagern! Durchsichtig nach dem Glätten. Wenig verbreitet.
Kammer schließen und auf ≥40 °C vorheizen. Lüfter aus. Acetonglättung möglich. HEPA empfohlen.
UV-beständig. Besser als ABS für Außen. Kammer mind. 45 °C. HEPA-Filter dringend empfohlen.
Gut als Stützmaterial für ABS (lösbar in Limonen). Ähnliche Einstellungen wie ABS.
Extrem feuchtigkeitsempfindlich: 8–12h/80 °C trocknen. Kammer geschlossen. PEI mit Klebestift.
Weniger Feuchtigkeitsabsorption als PA-6. Bessere Dimensionsstabilität. Teurer.
Gehärtete Düse zwingend. Sehr steif + leicht. 12h/80 °C trocknen vor Druck. Kammer heiß.
Glasfaser: Gehärtete Düse. Ähnlich CF Nylon, etwas weniger steif. Sehr trocknen.
Blend aus Nylon + PETG, einfacher als reines Nylon. Trocknen empfohlen. Kammer leicht heizen.
Kammer auf max. vorheizen. 12h/80 °C trocknen. Trennmittel auf PEI. Lüfter aus.
CORE One+: Benötigt HT Hotend (400 °C Upgrade). Gehärtete Düse. Extrem steif und hitzebeständig.
Acrylglas-ähnlich, kann optisch klar sein. Spröde. Kammer heizen gegen Risse.
Sehr gute Chemikalienbeständigkeit. Ähnlich PC in der Verarbeitung. Trocknen wichtig.
Retraction auf 0 oder minimal. Easy-Flex-Pfad am CORE One+ nutzen. Shore > 90A.
Kein Coasting, kein Wipe. Sehr langsam starten. Shore 80–90A.
Shore <80A: extrem langsam. Kein Retract. Direct Drive Pflicht. Filament straff führen.
Je nach Mischung stark variierend. Kein Retract. Sehr langsam. Direct Drive essentiell.
Transparent möglich. Etwas einfacher als TPU soft. Kein Retract, kein Coasting.
Sehr schwer zu haften: PP-Folie als Druckfläche empfohlen. Stark warpend. Kammer nötig.
Gehärtete Düse. Noch schwerer als reines PP. PP-Druckplatte nötig.
Olefin-Block-Copolymer. Chemikalienbeständig. Ähnlich PETG in der Handhabung. Selten verfügbar.
Extrem schwer zu drucken — keine gute Haftung auf gängigen Oberflächen. Spezial-Setup nötig.
Acetal/Delrin. Gibt Formaldehyd-Dämpfe ab — starke Belüftung zwingend. Industriell kaum empfohlen.
Benötigt Spezialdrucker mit Schokoladen-Extruder. Nicht kompatibel mit CORE One+.
Fluoropolymer. Sehr chemikalienbeständig. Seltenes Material, wenige Profile verfügbar.
Benötigt Hochtemperaturdrucker (400 °C+ Hotend, 150 °C+ Kammer). Nicht kompatibel mit CORE One+.
Ähnlich PEEK. Etwas niedrigere Drucktemperatur. Trotzdem Hochtemperaturdrucker nötig.
Mit HT Hotend (400 °C) am CORE One+ theoretisch möglich. Kammer mind. 70 °C erforderlich.
Polysulfon. Benötigt Hochtemperaturdrucker. Nicht kompatibel mit Standard CORE One+.
Höchste Klasse thermoplastischer Polymere. Benötigt Spezialmaschine.
Extremstes CF-Material. Nur auf Industriemaschinen. Nicht kompatibel.
Aerospace-Grade. Benötigt zertifizierte Industriedrucker.
Luft- und Raumfahrtstandard. Nicht kompatibel mit CORE One+.
Thermoplastisches Polyimid. Extremst. Nur Spezialmaschine.
Kammer vorheizen bei Technik-Filamenten
Vor dem Druck von ASA, ABS oder PC die Kammer 10–15 min bei Zieltemperatur einheizen lassen. So verhindert man Warping durch ungleichmäßige Temperaturverteilung beim Druckstart.
PEI-Pflege & Haftung optimieren
PEI mit IPA reinigen (kein Aceton!). Bei PETG und PC einen dünnen Klebestift-Film oder Haarspray als Trennmittel auftragen – sonst reißt das Teil beim Lösen das PEI mit.
Input Shaper optimal nutzen
Den automatischen Resonanz-Kalibrierungs-Test nach jedem Riementausch oder größeren Umbauten neu durchführen. Deutlicher Qualitätsgewinn bei Geschwindigkeiten über 150 mm/s sichtbar.
Filament-Trocknung nicht unterschätzen
PA, PC, TPU und ASA stark feuchtigkeitsempfindlich: 4–12h in Trockner vor Druck. PETG und PLA in feuchten Umgebungen ebenfalls trocknen. Prusament-Spulen: Vakuumtüte sofort wieder verschließen.
Düse werkzeuglos in Sekunden tauschen
Das Nextruder Quick-Swap-System erlaubt den Düsenwechsel ohne Werkzeug in <30 Sekunden. Düse erst bei Drucktemperatur tauschen, damit Filament-Reste herausfließen und die Düse sich leicht dreht.
First Layer & Live Adjust Z
Den Live Adjust Z-Wert für jedes Material separat im EEPROM speichern. PEI-Blech und Temperatur beeinflussen die tatsächliche Z-Höhe. Prusament PLA: typisch -0,1 bis -0,2 mm unter Standardwert.
Prusa Connect & Remote-Monitoring
Mit Prusa Connect (kostenlos) und optionaler 1080p-Kamera Drucke live überwachen. Push-Benachrichtigungen bei Abschluss oder Fehler. Komplett offline nutzbar per USB ohne Wi-Fi möglich.
Geschwindigkeit & Qualität balancieren
PrusaSlicer-Preset „Speed" vs. „Quality": bei sichtbaren Flächen das Quality-Profil bevorzugen. Input Shaper ermöglicht hohe Traversal-Speeds ohne Ringing – aber Perimeter-Geschwindigkeit beeinflusst die Oberflächengüte stärker.
Layer Separation bei ABS/ASA
Schichten lösen sich voneinander, Teile brechen entlang von Layern.
Lösung: Kammer auf >45 °C vorheizen, Lüfter komplett deaktivieren, Druckgeschwindigkeit auf max. 60 mm/s reduzieren, Bett-Temp. auf 110 °C erhöhen.
Stringing bei PETG
Fadenbildung zwischen Druckteilen, unschöne Oberflächen.
Lösung: Retraction 0,4–0,6 mm bei Direct Drive, Drucktemp. um 5 °C senken, Combing-Mode aktivieren, Lüfter auf 30–50% limitieren. Filament gut trocknen.
Düsenverstopfung (Clog)
Unterdruck im Extruder, Klick-Geräusche, kein oder wenig Extrusion.
Lösung: Cold-Pull-Methode mit Nylon (2–3x). Dann Akupunkturnadel im Lieferumfang durch die heiße Düse schieben. Bei abrasiven Filamenten auf Stahl-Düse wechseln.
Schlechte Bett-Haftung auf PEI
Druckteil löst sich während des Drucks vom Bett.
Lösung: PEI mit frischem IPA reinigen, Fingerabdrücke vermeiden, First-Layer-Z anpassen (-0,1 Schritte). Bei hartnäckig: Brim hinzufügen, Bett-Temp. erhöhen.
Ghosting / Ringing in Druckoberflächen
Wellenförmige Artefakte nach scharfen Ecken oder Kanten.
Lösung: Input-Shaper-Kalibrierung erneut durchführen, Riemenspannung prüfen und gleichmäßig spannen, Geschwindigkeit temporär reduzieren.
TPU-Verstopfung / Filament bricht im Pfad
Flexibles Filament knickt oder staut sich vor dem Extruder.
Lösung: Neuen Easy-Flex-Einführpunkt des CORE One+ nutzen. Druckgeschwindigkeit auf max. 30–40 mm/s senken, Retraction auf 0 setzen, kein Coasting.
Wi-Fi Verbindungsabbrüche
Drucker trennt sich wiederholt von Prusa Connect / Heimnetz.
Lösung: Firmware aktualisieren (oft behoben in neueren Versionen), 2,4 GHz-Netz bevorzugen, Ethernet-Kabel als stabiles Fallback nutzen. Wi-Fi-Modul neu stecken.